Ludwig Wittgenstein

„Die Grenzen meiner Sprache sind
die Grenzen meiner Welt“

Mutter und Baby trainieren

Sprachentwicklung

Grundlagen, Säuglingsalter, Vorläuferfähigkeiten

Die Sprachentwicklung beginnt bereits im Mutterleib. Bereits da hört und spürt das Baby, wenn seine Mutter spricht - bereits da beginnt sein Sprechenlernen. Wenn es später auf der Welt ist, ist jedes Handeln mit dem Baby, jedes liebevolle Umgehen mit ihm idealerweise mit Sprechen verbunden. Auf diese Weise entwickeln Babys schon in den ersten Monaten viel Verständnis für ihre Muttersprache und auch für die Grammatik der Sprache.

„Wenn Erwachsene den Säugling oder das Kleinkind ansprechen, dann werden, obwohl es der Sprache noch lange nicht mächtig ist, in seinem Gehirn nicht nur die für das Hören zuständigen Bereiche aktiviert. Bereits beim bloßen Zuhören werden auch diejenigen Bereiche in der Hirnrinde stimuliert und trainiert, die später einmal die Sprache produzieren werden."

 

Bauer, J. (2019). Wie wir werden, wer wir sind: Die Entstehung des menschlichen Selbst durch Resonanz (1.Aufl.). München, Deutschland: Karl Blessing Verlag.

Familienzeit

Sprechen

Dialog, grammatisches Verständnis, phonologische Bewusstheit.

Die ersten Laute, die von einem Baby aktiv kommen, sind Weinen, Gurren, Glucksen, später Lachen, Plappern. Manche Kinder beginnen bereits rund um ihren ersten Geburtstag herum erste Worte zu sagen. Andere sammeln zuerst passiv einen ziemlich großen Wortschatz, bevor sie zu sprechen beginnen. Aber viel früher schon kann man mit einem Kind in den Dialog treten. Viel früher schon kann eine Bezugsperson sich sprachlich mit dem Kind austauschen, ihm ihre Meinung vermitteln, auf seine Interessen eingehen. Was sie ihm dadurch zeigt, ist Zuneigung, Hinwendung, Wertschätzung, Verständnis für seine Bedürfnisse. Sie geht mit ihm in Resonanz. So schafft sie über die Sprache emotionales Wohlbefinden und Sicherheit. Sprechen, Vorlesen in engem Kontakt mit dem Kind fördern das Sprechenlernen und die Sprachentwicklung. Zur Entwicklung der Sprache gehören neben Sprechen und grammatischem Verständnis auch phonologische Bewusstheit, Lesen und Schreiben.