Phonologische Bewusstheit

Silben klatschen - Anlaut hören - Reime erkennen

Kinder und Lehrer im Kindergarten

Phonologische Bewusstheit

Strukturen und Sprachelemente erkennen und anwenden

Die phonologische Bewusstheit ist die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit vom Inhaltsaspekt der Sprache auf den Formaspekt zu legen. *

 

Schon Drei- und Vierjährige können

  • Reime erkennen,

  • Wörter in Silben zerlegen (Silben klatschen"),

  • den Anlaut von Wörtern hören".

Sie erkennen also die Struktur der Lautsprache und können mit Sprachelementen operieren.

Näheres zur phonologischen Bewusstheit:
Hofmann, R. & Kalmár, M. (2016): LRS - Lesen, Rechnen, Schreiben – Ein Handbuch. Wien: Lernen mit Pfiff

* Detaillierte Definitionen im Internet, z. B. im Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik (stangl).

Wenn Kinder in der sensiblen Phase für den Erwerb dieser Fähigkeiten sind, wenden sie sie auch gerne an. Sie strahlen, wenn sie Reimwörter erkennen, versuchen selber Reime zu finden. Sie sprechen Wörter rhythmisch aus, klatschen dazu und bewegen sich im Takt. Sehr gerne spielen sie Ich seh´, ich seh´, was du nicht siehst, und das beginnt mit M!"

Clapping Game

Vorläuferfertigkeiten

Phonologische Bewusstheit zuerst, dann Buchstaben-Laut-Beziehung

Wenn ein Kind mit Strukturen der Sprache und Sprachelementen spielerisch umgehen kann, ist es perfekt auf das Lesen- und Schreibenlernen in der Schule vorbereitet. Genau dazu müssen Schulkinder nämlich in der Lage sein.

 

Wenn ihnen diese Fähigkeit fehlt, können sie die Buchstaben-Laut-Beziehung nicht erfassen. Sie können sich nicht merken, welcher Laut bzw. welche Laute zu einem bestimmten Buchstaben gehören und umgekehrt.

 

Hat ein Schulkind die phonologische Bewusstheit noch nicht entwickelt, muss in der Schule an diesen Vorläuferfertigkeiten erst gearbeitet werden. Erst dann kann das Kind mit Buchstaben und Lauten etwas anfangen und lesen und schreiben lernen.

3 Situationen mit Kindern in der alltäglichen Arbeit:

Kreatives Design

Beispiel 1

Wir haben den Buchstaben M gelernt, spüren dem Laut M nach und suchen Wörter, die mit M beginnen.
 

Kinder melden sich: Melanie! Melone! malen! Mama!
 

Auch Kind A meldet sich eifrig: M-Papa!

Wenn wir Lehrer*innen und Pädagog*innen merken, wo sich ein Kind bezüglich der

phonologischen Bewusstheit befindet, können wir es gezielt unterstützen und fördern.

Guten Dienst kann uns dabei die Kartei KINDER BEIM LESENLERNEN BEGLEITEN leisten,

downloadbar unter Europabüro/Startbox Sprache
Gerne besprechen wir manches auch per E-Mail, telefonisch oder bei einem Jour fixe.

Buch vorlesen

Beitrag von Eltern

Kinder brauchen unsere Antworten

Ein Kind, das dabei ist, die phonologische Bewusstheit zu entwickeln, beginnt bald, nach Buchstaben und Wörtern zu fragen. „Wo steht denn das?“, „Wie heißt dieser Buchstabe?“

sind Fragen, die bereits Vier- und Fünfjährige stellen können. Geht jemand darauf ein, bekommen sie darauf verlässlich Antworten, erwerben sich Kinder schon sehr früh Kenntnisse über Buchstaben und können ihnen Laute zuordnen.

Frühes Schreiben

Wichtiges schriftlich ausdrücken

Sobald sie graphomotorisch dazu imstande sind, versuchen sie handschriftlich selbst Buchstaben zu produzieren und Wörter lautgetreu aufzuschreiben. Beim Schreiben sprechen und lesen sie mit.

 

Kennzeichnend für früh schreibende Kinder ist es, dass sie für sie Wichtiges schriftlich zu formulieren versuchen. Damit benützen sie Schrift instinktiv genau dafür, wozu sie da ist: zum Ausdrücken ihrer Gedanken und Gefühle.

->>> Beispiel Kindertexte

Junger Maler